OPERATIVE THERAPIE

Operationen

Die Operationen werden durch Herrn Prof. Dr. M. Fischer in der ATOS Praxisklinik oder im St. Josefskrankenhaus in Heidelberg durchgeführt. Beide zeichnen sich durch ihre hohe medizinische Kompetenz aus. Die Narkose erfolgt jeweils durch ein Team erfahrener Anästhesisten. Generell sind in beiden Kliniken sowohl ambulante als auch stationäre Eingriffe möglich. Insgesamt versuchen wir die Dauer des stationären Aufenthaltes auf das medizinisch notwendige Maß zu reduzieren

Mikrochirurgische Mittelohrchirurgie

Tympanoplastik

Hierunter wird eine Vielzahl mittelohrchirurgischer Eingriffe zusammengefasst. Ziel ist es, ein geschlossenes Trommelfell und eine gute Schallübertragung im Mittelohr, ggf. mit modernsten Implantaten, zu erzielen.
Die Operationen werden unter dem Operationsmikroskop durchgeführt. Im Anschluss an die Operation wird eine Tamponade in den äußeren Gehörgang eingebracht. Diese wird, je nach Operationsbefund, 1 oder 3 Wochen belassen. Nach Entfernung der Tamponade ist eine intensive ambulante Nachbehandlung des Ohres notwendig.

Cholesteatomchirurgie

Unter einem Cholesteatom versteht man das Vorhandensein von verhornender Haut im Mittelohr ohne dass die Möglichkeit des Abtransportes von Hautschuppen über den äußeren Gehörgang besteht. Hierfür gibt es zahlreiche verschiedene Ursachen. Ziel der Operation ist die Entfernung des erkrankten Gewebes und das Verhindern einer erneuten Cholesteatomentstehung. In zweiter Linie sollen eine möglichst normale Anatomie, ein geschlossenes Trommelfell und eine gute Schallübertragung erreicht werden.

Steigbügelchirurgie

Operationen am kleinsten Gehörknöchelchen, dem Steigbügel, werden bei verschiedenen Erkrankungen notwendig. Im Vordergrund steht dabei die Otosklerose. Hierbei handelt es sich um einen Knochenumbau im Bereich des knöchernen Labyrinthes, der zu einem Festwachsen des Steigbügels führt. Ziel der Operation ist die Wiederherstellung der Schallübertragung indem Teile des Steigbügels entfernt werden und deren Funktion durch eine Titanprothese ersetzt wird. Diese Operation wird bevorzugt in örtlicher Betäubung durchgeführt, um schon während der Operation die Hörverbesserung mit dem Patienten zu überprüfen.

Implantierbare Hörsysteme

Je nach vorliegender Krankheitssituation werden verschiedene Hörsysteme angeboten. Es besteht die Möglichkeit, Implantatsysteme verschiedener Hersteller als Alternative zu den klassischen Hörgeräten operativ einzusetzen.

Cochlea-Implantat-Chirurgie

Plastisch-kosmetische Operationen

Rhinoplastik

Steht die alleinige Formveränderung der äußeren Nase im Zentrum des Behandlungswunsches, so handelt es sich um eine kosmetische Operation. Hierfür stehen geschlossene und offene Techniken zur Verfügung.  Immer wird in diesem Rahmen auch die Funktion der Nasenatmung berücksichtigt und gegebenenfalls verbessert.


Otoplastik (Ohranlegeplastik)

Das Phänomen der abstehenden Ohren resultiert in der Mehrheit der Fälle aus einer Fehlanlage des Ohrmuschelknorpels. Hier wird die Form durch einen Zugang von der Hinterseite der Ohrmuschel normalisiert. Die entsprechende Narbe kommt in der Ohrmuschelumschlagsfalte zu liegen und stört deshalb nicht. Eine solche Operation sollte bei Kindern unbedingt vor der Einschulung erfolgen, um den leider oft stattfindenden Hänseleien vorzubeugen. Diese Operation wird überwiegend ambulant durchgeführt. Das Tragen eines Verbandes ist für eine Woche notwendig und wird später noch zur Nacht empfohlen.

Chirurgie der Nase und Nasennebenhöhlenen

Operationen an den Nasenmuscheln

Ein Übermaß an Gewebe im Bereich dieser Schwellkörper kann zu einer Nasenatmungsbehinderung führen. Meist ist die Operation in Kombination mit einer Nasenscheidewandkorrektur notwendig. Hierbei muss allerdings eine übermäßige Gewebsverminderung vermieden werden, da es sonst im Laufe der Zeit zu einem Austrocknen der Nase kommen kann.  Es stehen unterschiedliche Operationsmöglichkeiten von der klassischen chirurgischen Resektion bis zur Hochfrequenzchirurgie zur Verfügung.

Septumplastik

Nasenatmungsbehinderungen sind häufig durch eine verkrümmte Nasenscheidewand bedingt. Dieser Zustand ist oft mit vermehrt angeschwollenen Nasenmuscheln kombiniert. Über eine Operation im Inneren der Nase ist es möglich die Nasenscheidewand zu begradigen. Die eingebrachte mit einem Kunststoffüberzug versehene Tamponade kann nach 24-48 Stunden leicht entfernt werden. Für 7-10 Tage wird eine Silikonschiene zur Fixierung des Operationsergebnisses in der Nase belassen. Diese ermöglicht schon eine akzeptable Nasenatmung und ist von außen nicht zu sehen. Die Entfernung der Schiene ist sehr einfach ambulant möglich. Nicht jede schiefe Nasenscheidewand bedarf einer operativen Korrektur. Bei entsprechendem Leidensdruck ist durch eine Operation jedoch eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität zu erreichen.

Funktionelle Septorhinoplastik oder kosmetische Rhinoplastik

Zur Verbesserung der Nasenatmung ist eine Formveränderung der äußeren Nase häufig zusätzlich zu einer Begradigung der Nasenscheidewand erforderlich.
Darüber hinaus kann eine Formveränderung der Nase auch nach Unfällen oder aus kosmetischen Gründen notwendig sein. Die Operation kann über einen Zugang vom Naseninneren oder aber auch über den Nasensteg durchgeführt werden. Formveränderungen durch Abtragungen oder Aufbauten mit körpereigenem Material sind dabei möglich.
Nach der Operation muss z.B. ein individuell angepasster thermoplastischer Nasenrückenverband für 10 Tage getragen werden.

endonasale endoskopisch-mikroskopische Chirurgie der Nasennebenhöhlen

Über die Nasenlöcher wird die erkrankte Schleimhaut aus den Nasennebenhöhlen (Kieferhöhle, Siebbeinzellen, Stirnhöhle und Keilbeinhöhle) entfernt. Weiterhin wird die Belüftung der Nasennebenhöhlen durch Erweiterung der Zugänge verbessert. Hierbei werden die natürlichen Drainagewege berücksichtigt und optimiert.
In der Regel werden diese Operationen unter stationären Bedingungen durchgeführt. Nur so ist ein hohes Maß an postoperativer Sicherheit und individueller Schmerztherapie möglich. Nach der Entlassung ist eine intensive ambulante Nachsorge mit regelmäßiger Pflege der Nasenschleimhäute zur Erlangung eines optimalen Ergebnisses zwingend erforderlich.

extranasale Nasennebenhöhlenchirurgie

In manchen Fällen von komplizierten Verläufen bei chronischen Nebenhöhlenentzündungen oder Tumorerkrankungen ist es notwendig, die Erkrankungsherde von außen anzugehen und diese zu sanieren. Hier stehen verschiedene operative Zugangswege zur Verfügung. Die für den Patienten optimale Strategie wird individuell festgelegt und mit dem Patienten abgestimmt.

Mikrochirurgie des Kehlkopfs

Mit Hilfe entsprechender Untersuchungsinstrumente ist es möglich, in Vollnarkose unter mikroskopischer Sicht Erkrankungen des Kehlkopfes zu diagnostizieren und minimal invasiv zu behandeln. Häufig ist diese Untersuchung auch zur Gewebsentnahme vor einer notwendigen feingeweblichen Untersuchung notwendig.

Tränenwegschirurgie

Bei angeborenen oder erworbenen Verschlüssen der Tränenwege kommt es zum Tränenträufeln und immer wieder auftretenden Tränenwegsentzündungen. Hier besteht die Möglichkeit, zumeist über das Naseninnere, eine direkte Verbindung zwischen Tränensack und Nasenhaupthöhle zu schaffen, um einen neuen Abflussweg zu bilden. Es wird für einige Monate ein Platzhalter eingelegt, der dann nach Abheilung und Entstehung von stabilen Verhältnissen entfernt wird.

Speicheldrüsenchirurgie inklusive Neuromonitoring

Schlafbezogene Atmungsstörungen

Uvulopalatopharyngoplastik

Die Schlafmedizin hat in den letzten Jahren eine immer größere Bedeutung im Bereich der HNO-Heilkunde gewonnen. Oft ist das erste Symptom, welches den Patienten zum Arzt führt, die Klage über lautes Schnarchen. Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen dem oft nur störenden Schnarchgeräusch und dem Vorhandensein eines darüber hinaus für den Gesamtorganismus schädlichen obstruktiven Schlafapnoesyndroms. Je nach Befund bestehen in beiden Fällen chirurgische Therapiemöglichkeiten. Diese müssen jeweils auf den Einzelfall und die entsprechenden zum Teil im Schlaflabor erhobenen Befunde abgestimmt werden.
Bei der obstruktiven Schlafapnoe stellt die kontinuierliche Überdruckbeatmung  (nCPAP) den Goldstandard der Therapie dar. Als alternative oder ergänzende Operations-Methode wird zum Beispiel eine Straffung des weichen Gaumens, Kürzung des Zäpfchens und Entfernung der Gaumenmandeln durchgeführt (Uvulopalatopharyngoplastik). Nicht zu vernachlässigen sind bei gegebener Pathologie nasenchirurgische Operationen zur Minderung des notwendigen Beatmungsdruckes bei der nCPAP-Therapie.

Adenotomie

Unter der Adenotomie versteht man die Entfernung der so genannten Rachenmandel. Diese wird auch als adenoide Vegetation und im Volksmund als „Polypen“ bezeichnet. Die Entfernung erfolgt im Rahmen eines ambulanten Eingriffes. Hierbei wird die Rachenmandel über die Mundhöhle unter Sicht abgetragen. Der Vorteil einer Entfernung unter optischer Kontrolle besteht in der sicheren Schonung der Öffnung der Eustachischen Röhre und der vollständigen Abtragung der Rachenmandel auch in sonst schwer zu erreichenden Gebieten.
Da die Rachenmandel den Zugang zur Eustachischen Röhre häufig verlegt, wird die Belüftung des Mittelohres erschwert oder verhindert. Als Folge kommt es zu einer Umwandlung der Mittelohrschleimhaut mit Ausbildung eines so genannten Paukenergusses. Aus diesem Grund ist es sehr häufig notwendig, bei der Rachenmandelentfernung auch einen Schnitt in das Trommelfell zu machen (Paracentese), um eine Verbesserung der Schallübertragung zu erreichen. Bei sehr zähem Sekret oder einer Sprachentwicklungsverzögerung ist gegebenenfalls die Einlage eines so genannten Paukenröhrchens notwendig. Solange ein solches Röhrchen einliegt oder die Paracentese noch nicht verschlossen ist, sollte kein Wasser in den Gehörgang eindringen. Bei Vorhandensein eines Paukenergusses für insgesamt mehr als drei Monate im Jahr sollten eine Adenotomie  und zumindest eine Paracentese durchgeführt werden. Bei länger bestehendem Erguss und dadurch bedingter Hörminderung ist bei Kindern eine normale Sprachentwicklung gefährdet.

Tonsillotomie

Diese seit einiger Zeit wieder empfohlene Operationsmethode ist nur bei jüngeren Kindern mit Beschwerden wie Atmungsbehinderung, Schlafapnoe und Schluckproblemen sinnvoll. Hierbei wird nur der den Atemweg bzw. die Schluckstraße behindernde Mandelanteil entfernt und das restliche Mandelgewebe belassen. Da durch dieses Vorgehen eine deutlich geringere Nachblutungswahrscheinlichkeit gegeben ist, verkürzt sich der stationäre Aufenthalt. Bei immer wieder auftretenden Mandelentzündungen stellt die Tonsillotomie keine geeignete Operationsmethode dar, da ja Mandelgewebe im Patienten belassen wird, welches wieder zu Entzündungen führen kann.